aus dem Netz gefischt... ab der Homepage von Germann & Achermann auf den Punkt gebracht

Wussten Sie schon? In Uri befindet sich eine der leersten Autobahnen der Welt. Über die A2 fahren, wenn es gut geht, gerade einmal 19'000 Fahrzeuge pro Tag. Das sind etwa halb soviele, wie auf einer wichtigen Hauptstrasse oder etwa gleich viele wie auf einer grösseren Quartiersammelstrasse im Kanton Zürich. Während sich die Zürcher darüber freuen, dass es doch auch Menschen gibt, die sich nach Zürich begeben, nehmen die Urner den Zustrom von "Fremden" schon eher als eine Art Naturkatastrophe oder biblische Strafe wahr: "Hilfe, es kommt einer und er ist nicht von hier!" Er frisst nicht nur aus unserem Tellerchen und trinkt aus unserem Becherlein, er verpestet mit seinen Abgasen auch noch unser Lüftlein, das wir doch - mangels anderer Geschäftsideen - so schön mit subventionierter Gülle und Kunstdünger angereichert haben. Gipfel der Frechheit ist aber, dass derselbe Passant es auch noch wagt, gleich weiterzufahren zu unseren Nachbarn, die es sowieso noch viel weniger verdient haben als wir. Bloss, wissen wir noch nicht so richtig, was "es" denn sein soll, aber ungerecht ist es auf jeden Fall.

Deshalb müssen wir uns gegen solche Schmach wehren, es denen zeigen, wir, von Uristier und Konsorten. So einfach kommt uns keiner ungestraft ins Tessin. Eine zweite Röhre hätte da gerade noch gefehlt. Wir wollen unseren Stau! Für etwas bezahlen wir ja auch eine Regierung. Recht hat sie, wenn sie sich im Namen des Volks von Uri gegen alles wehrt, was von aussen kommt. Ausgenommen - versteht sich ja - sind natürlich die NFA-Gelder.

Verbissen und verbohrt, mit dem Kopf im Sand, mit Volldampf in die Isolation. Die jüngstem Wirtschaftszahlen des Credit Suisse Economic Research (auswärts geschrieben und damit sowieso nicht relevant) beweisen es: Trotz bester Steuerbedingungen, trotz grösstem frei verfügbarem Pro-Kopf-Einkommen, figuriert Uri auf dem viertletzten Attraktivitätsrang der Schweiz. Der Grund liegt in der angeblich miserablen Erreichbarkeit unseres Kantons. Wir haben es geschafft, das Klischee vom ewigen Stau, vom bedrohten Lebensraum und vom Verkehrsinfarkt auf notabene leeren Strassen zu unserem Markenzeichen zu erheben. Bravo! Eine Marketingleistung, die uns nicht so schnell einer nachmacht. Nachhaltig, weil kaum mehr zu korrigieren. Glück im Unglück: Unsere Nachfahren betrifft das nicht mehr, sie wandern sowieso alle ab.

Es war schon heller in diesem Lande.


besser könnte man die Situation nicht beschreiben... Danke an Max Germann