Gotthard - wie weiter?

Informationsabend in Altdorf über den Sanierungstunnel am Gotthard mit Frau Bundesräting Doris Leuthard

 

Das Urner Komitee für eine sinnvolle Sanierung des Gotthard-Strassentunnels durfte am Donnerstag Abend, 14. November 2013, im vollbesetzten Uristiersaal in Altdorf gegen 600 interessierte Personen begrüssen. Bundesrätin Doris Leuthard orientierte über die vom Bundesrat vorgeschlagene Aenderung des Bundesgesetzes über den Strassentransitverkehr im Alpengebiet (Sanierung Gotthard-Strassentunnel). Sie ging auf die verschiedenen Varianten ein, wie der seit 1980 bestehende Strassentunnel am sinnvollsten saniert werden könne. Dabei gelte es nebst der staatspolitisch wichtigen Komponente der ganzjährigen Strassenverbindung ins Tessin insbesondere Aspekte der Sicherheit, der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Nach gründlicher Beurteilung aller Vor- und Nachteile der geprüften Varianten sei der Bundesrat zum Schluss gekommen, dass die nun vorgeschlagene Variante mit dem Bau einer zweiten Röhre als Sanierungstunnel und nach Vollendung der Sanierung mit dem Betriebs im richtungsgetrennten, einspurigen Regime die beste Lösung sei. Bundesrätin Leuthard ist es gelungen, die Argumente, die für die bundesrätliche Vorlage sprechen, transparent und verständlich darzulegen. Insbesondere wies sie auch darauf hin, dass der Alpenschutzartikel in der Bundesverfassung damit vollumfänglich eingehalten, und dass mit dieser Gesetzes-Aenderung dem Bürger das Referendumsrecht zugestanden werde.

 

Im anschliessenden Podiumsgespräch diskutierten Ständeratspräsident Filippo Lombardi und der Urner alt Nationalrat Franz Steinegger auf der Seite der Befürworter, der Urner Landammann Josef Dittli und der Geschäftsführer der Alpen-Initiative Landrat Alf Arnold auf der Seite der Gegner der bundesrätlichen Vorlage. Landammann Dittli erläuterte, dass die Urner Regierung in Anlehnung an die abgelehnte Standes-Initiative den Entscheid des Urner Volkes umzusetzen habe, des sich gegen den Bau einer zweiten Röhre aussprach. Die Urner Regierung plädiert deshalb für eine Verladelösung deren Lasten jedoch nicht nur auf Uri, sondern auch auf andere Standorte entlang des Nord-Trassees der Gotthardlinie zu verteilen seien.

 

Franz Steinegger zeigte auf, zu welchen wirtschaftlichen und staatspolitischen Problemen eine Sanierung mittels Rollender Landstrasse (ROLA) führen würde; insbesondere würde sich die Verbauung von Grund und Boden im Reusstal und in der Leventina und der kostspielige Rückbau nach 30, nach 60 und nach 90 Jahren wiederholen. Eine solche Lösung sei unsinnig, unwirtschaftlich und alles andere als nachhaltig. Es sei schon sonderbar, dass man von Seiten der Gegner am Gotthard die Schliessung des Tunnels fordere; andernorts (z.B. im Belchen oder bei Stadtumfahrungen) habe man noch nie von solch einschneidenden Massnahmen gehört.

 

Alf Arnold vertrat die bekannten Thesen der Alpeninitiative, nämlich keine zweite Röhre, ROLA-Verlad im Inland, Gefährdung der Verlagerungspolitik auf die Schiene, Regelung des Verkehrs durch die Alpentransitbörse, usw. Er warf Frau Leuthard und den Pro-Referenten mehrmals vor, nicht glaubwürdig zu sein, da sie den Volkswillen trotz mehrmaligen Abstimmungen nicht ernst nehmen würden, oder ihre Meinung in dieser Problematik geändert hätten. Diesen Vorwürfen wurde entgegnet, dass frühere Abstimmungsvorlagen einen Vollausbau auf zwei Spuren, d.h. die Anpassung des Alpenschutzartikels in der Verfassung gefordert hätten. Bei der jetzigen Vorlage werde der Verfassungsartikel respektiert, kein Vollausbau auf zwei Fahrspuren gefordert und lediglich die Grundlage geschaffen, die Substanzerhaltung des Verkehrswegs durch eine sinnvolle Sanierung zu sichern.

 

Mit Charme, Herzblut und Ueberzeugungskraft legte sich Ständeratspräsident Filippo Lombardi ins Zeug und erntete mehrmals Szenenapplaus. „Dank den Urnern und des Gotthards sind wir Schweizer geworden“ rief er in den Saal! Er bat seine „Brüder und Schwestern in Uri“ das Tessin nicht im Stich zu lassen! Die wirtschaftlichen Folgen einer Totalsperrung wären für das Tessin verheerend, für die Leventina tödlich. Die Sanierung des Gotthardstrassentunnels habe mit der Verlagerungspolitik überhaupt nichts zu tun. Es gehe um ein Sanierungsprojekt an der wichtigen Nord-Süd-Verbindung, dem Lebensnerv des Tessins!

 

In der anschliessenden Fragenrunde konnten die Teilnehmer Frau Bundesrätin Leuthard und den Podiumsteilnehmern noch ergänzende Fragen stellen, eine Gelegenheit die rege genutzt wurde. Der Anlass hat einiges dazu beigetragen der interessierten Urner Bevölkerung aufzuzeigen, dass es bei der nun vorliegenden Sanierungsvorlage nicht um eine „Zwängerei“ handelt, sondern um ein sinnvolles, nachhaltiges Sanierungsprojekt, dass nach Fertigstellung auch die Sicherheit im Tunnel merklich erhöhen wird.

 

Altdorf, 15. November 2013

 

Komitee für eine sinnvolle Sanierung des Gotthardstrassentunnels

Max Büeler, Sekretär

 

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Tel. 041 870 66 36 / 079 408 51 75 / max.bueeler@bluewin.ch